Bürgerversicherung

Bürgerversicherung statt Klassenmedizin

  1. Wir wollen die gesetzliche und private Krankenversicherung schrittweise zur Bürgerversicherung weiterentwickeln. Alle Bürgerinnen und Bürger, auch Selbständige und Gutverdienende, Beamtinnen und Beamte und Abgeordnete beteiligen sich. Auf Aktiengewinne und Kapitaleinkünfte werden unter Berücksichtigung von Freibeträgen ebenfalls Beiträge erhoben. Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer übernehmen wieder jeweils die Hälfte der Beiträge auf Löhne und Gehälter. Von den Versicherten allein zu zahlende Zusatzbeiträge werden abgeschafft. Es gibt keine Unterschiede mehr bei den Arzthonoraren. Mit der Bürgerversicherung wird Gesundheit stabil und fair finanziert und alle Kassen konkurrieren um die beste Versorgung.
  2. Gesetzlich Versicherte sollen im Wartezimmer nicht länger benachteiligt werden. Die Bürgerversicherung beendet die Zeit der Zwei-Klassen-Medizin und schafft die Grundlage für klasse Medizin für alle. Die Bürgerversicherung passt sich den unterschiedlichen Lebensphasen an. Ist das Einkommen, oder bei Selbstständigen der Gewinn, mal nicht so hoch, fallen geringere Beiträge an. An der Gesundheit wird trotzdem nicht gespart. Kinder sind ab der Geburt mitversichert – ohne zusätzliche Beiträge.
  3. Patientinnen und Patienten sollen Spielmacher in unserem Gesundheitswesen werden. Wir wollen, dass sie im Gemeinsamen Bundesausschuss, dem obersten Beschlussgremium im deutschen Gesundheitswesen, mehr Mitsprache erhalten. Wir wollen, dass Versicherte die Qualität bei Krankenkassen, Krankenhäusern, Pflegediensten und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten leichter beurteilen und einfacher vergleichen können. Auch bei Gesundheits-Apps soll schnell erkennbar sein, welches Angebot wirklich nützt oder einfach nur die Daten sammelt. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen muss den Patientinnen und Patienten dienen und die Versorgung verbessern. Jede und jeder soll Anspruch auf eine elektronische Patientenakte bekommen.
  4. Wir wollen Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe aufwerten und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Ärztinnen und Ärzten ermöglichen. Dadurch können alle Berufe ihre hohen fachlichen Kompetenzen im Interesse einer guten Versorgung der Patientinnen und Patienten einbringen. Außerdem setzen wir uns für mehr Mitspracherechte in den Gremien des Gesundheits- und Pflegesystems ein. Krankenhäuser und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sollen bei der Versorgung besser kooperieren. Kommunen und Regionen sollen mehr Einfluss auf die Versorgung bekommen, um die Vernetzung aller Akteure voranzutreiben.
  5. Gesundheitsförderung und Prävention sollen einen größeren Stellenwert bekommen. Gesundheitsförderung muss noch stärker da verankert werden,  wo die Menschen leben, arbeiten, sich engagieren und lernen. Zur Gesundheitsförderung gehören also nicht nur der Sportkurs nach Feierabend, sondern auch eine gesundheitsfördernde Arbeitsumgebung oder ausreichend Bewegung und ausgewogenen Ernährung in Kitas und Schulen. Damit können auch viele benachteiligte Menschen besser erreicht und auch deren Wissen über eine gesunde Lebensweise verbessert werden. Zudem sollen nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch andere Gesundheitsberufe sich für Prävention und Gesundheitsförderung engagieren können. Gesundheitsförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb sind alle Sozialversicherungen, die privaten Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Bund, Länder und Kommunen an der Finanzierung etwa von Kitas zu beteiligen.. Denn es geht dabei etwa um Projekte zur gesunden Ernährung in Kitas oder um die Förderung von Angeboten in Unternehmen zur Vermeidung von psychischen Erkrankungen oder zur gesunden Ernährung bei Schichtarbeit.

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